Patientenzufriedenheit messen

Die Frage, wie kann man die Zufriedenheit der Patienten messen kann, ist nicht leicht zu beantworten. Der Grad der Patientenzufriedenheit ist kein absoluter Wert und es gibt auch kein »Messgerät«, dass uns einen bestimmten Wert nennt, wie es beispielsweise bei der Blutdruckmessung möglich ist. Idealerweise wird die Messung der Patientenzufriedenheit als eine Vorher-Nachher-Analyse durchgeführt: Patienten werden zu Beginn nach ihren Erwartungen befragt und nach der Behandlung nach ihrer Zufriedenheit. Daraus kann man einen Vergleichswert ermitteln, der für die weitere Planung sehr hilfreich ist. Die Messung der Patientenzufriedenheit erfolgt im allgemeinen über Fragebögen. Bei den zahlreichen Befragungen des Heidelberger Instituts für Medizinmarketing hat sich gezeigt, dass zu lange und zu komplizierte Bögen überhaupt nicht oder nur unzureichend beantwortet werden. Es ist sinnvoller den Fragekatalog zu reduzieren, um dafür im Gegenzug die Datenqualität zu erhöhen. Umfassendere Befragungen werden sinnvollerweise auf zwei oder mehr Befragungen aufgeteilt. Der Fragebogen muss einfach gehalten sein und den Umfang von 1–2 DIN A4 Seiten nicht übersteigen. Für objektive Ergebnisse sollte eine anonyme Befragung durchgeführt werden. Benötigen Sie dennoch eine sehr viele Fragen umfassende Untersuchung, so können diese Befragungen im Interview durchgeführt werden. Hier liegt die Abbruchquote niedriger, da der Interviewer auf den Probanden motivierend wirkt.

Messinstrumente

Die Messung der Patientenzufriedenheit erfolgt meist über Fragebögen, die bei der Aufnahme und der Entlassung ausgeteilt werden. Da die Zufriedenheit der Patienten im Qualitätsmanagement und bei der Zertifizierung eine Rolle spielt, haben viele Krankenhäuser bereits an Modelluntersuchungen teilgenommen. Vielfach fällt auf, dass diese Befragung zwar den (geringen) Anforderungen im QM genügen, bei genauerer Betrachtung aber wertlos sind. Aussagekräftige Patientenbefragungen erfordern eine ausreichende Teilnahmequote; erfahrungsgemäß sind diese in den Kliniken nicht allzu hoch, da am falschen Ende gespart wird. Zusätzlich zeigte sich bei den meisten Berichten eine mangelhafte Auswertung mit Aussagen, die keiner statistischen Prüfung Stand hielten.